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Basiskompetenzen

1. Förderung der Basiskompetenzen unter Berücksichtigung der themenübergreifenden Bildungs- und Erziehungsziele

Der Erwerb und die Stärkung von Basiskompetenzen ist stets die Richtlinie in unserer Bildungs- und Erziehungsarbeit. In unserer Einrichtung geschieht die Förderung der Kinder immer unter Beachtung folgender Basiskompetenzen.

  • Individuumsbezogene Kompetenzen
  • Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext
  • Lernmethodische Kompetenzen

1.1 Individuumsbezogene Kompetenzen

Wir vermitteln den Kindern selbst  zufrieden zu sein und eine positive Einstellung zu sich zu  besitzen bzw. zu gewinnen.

a) Personale Kompetenz

Wir wollen den Kindern vermitteln, dass sie selbst mit sich zufrieden sind und somit ein positives Bild von sich selber erhalten. Ein hohes Selbstwertgefühl ist die Vorraussetzung für die Entwicklung von Selbstvertrauen. Die Kinder sollen sich in verschiedenen Bereichen als lern und leistungsfähig betrachten. Sie sollen sich als fähig betrachten mit zu entscheiden was in der Gruppe geschieht.

b) Motivationale Kompetenz

Kinder wollen nicht nur selbstbestimmt handeln, sondern sich auch als kompetent erleben. Deshalb folgen sie nicht nur ihren momentanen Bedürfnissen, sondern sind auch bereit, von aussen an sie herangetragene Handlungsziele anzustreben. Wir wollen das Automieerleben der Kinder unterstützen, indem wir ihnen häufig Wahlmöglichkeiten zugestehen. Die Kinder sollen lernen, selbst zu entscheiden, was sie tun und wie sie es tun wollen.

Ebenso suchen Kinder die Herausforderung, die optimal für ihre Fähigkeiten sind. Deshalb konfrontieren wir die Kinder mit Aufgaben, die ihrem Leistungsniveau entsprechen oder geringfügig darüber liegen.   

In unserer Einrichtung haben die Kinder die Möglichkeit ihre Kompetenzen zu erleben

Zum einen mit der Überzeugung, schwierige Aufgaben oder Lebenssituationen bewältigen zu können (Selbstwirksamkeit). Zum anderen indem das Kind sein Verhalten selbst beobachtet,

selbst bewertet und abschliessend belohnt oder bestraft (Selbstregulation). Die Kinder lernen ihr eigenes Verhalten zu steuern. Neugier und Interessen werden geweckt und gefördert.

c) Kognitive Kompetenz

Kinder entwickeln im Laufe der Zeit komplexere Vorstellungen und echte Begriffe. Ebenso werden sie fähig, mit Hilfe der Sprache zu denken, doch ihr Denken ist sehr an die  Anschauung gebunden. Sie können nur mit Begriffen und Denkvorgängen etwas anfangen, die anschaulich sind.

Das Gehirn befindet sich im Wachstum. Den Kindern müssen Sinnesreize geboten werden, damit eine netzartige Verbindung der Gehirnzellen zustande kommt. Je verzweigter und ausgereifter die Verknüpfungen sind, desto umfassender wird das Kind später seine Welt verstehen. Denn die Sinne und das Gehirn formen die Erfahrungswelt.

Das geistige Wachstum eines Kindes ist darauf angewiesen, dass Seh- und Hörvermögen, Geruchs- und Geschmackssinn, sowie Gedächtnis und Motorik gemeinsam gefördert werden. Nur dann können Kinder in Sinnzusammenhängen verstehen und begreifen lernen.

Differenzierte Wahrnehmung ist grundlegend für Erkennens-, Gedächtnis- und Denkprozesse.

In unserer Einrichtung erhalten die Kinder sehr viele Gelegenheiten ihr Gedächtnis zu schulen. Die Phantasie und Kreativität wird hierbei ebenso gefördert. Diese zeigt sich im originellen Ausdruck im motorischen, sprachlichen, musikalischen und gestalterischen Bereich.

d) Physische Kompetenzen

Die Kinder entwickeln eine Verantwortung für Gesundheit und körperliches Wohlbefinden. Sie erfahren bei uns grundlegende Hygienemassnahmen selbständig auszuführen.

Die Kinder haben vielfältige Möglichkeiten, ihren Bewegungsdrang auszuleben. Sie trainieren ihre Geschicklichkeit und lernen ihren Körper zu beherrschen.

Es ist wichtig, dass Kinder sich für bestimmte Aufgaben körperlich und geistig anstrengen und sich danach wieder entspannen. Die Fähigkeit zur Regulierung von körperlicher Anspannung ist eine Grundlage zur Stressbewältigung.

1.2 Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext

a) Soziale Kompetenzen

Die Entwicklung sozialer Verhaltensweisen im Kleinkindalter lässt sich am deutlichsten in der Entwicklung des Spielverhaltens ablesen. Ab dem 3. Lebensjahr treten im Spiel zwischen Kindern deutlich soziale Interaktionen auf, die aber noch recht unorganisiert sind. Das unorganisierte Spiel wird vom organisierten Spiel abgelöst, das auf ein Ziel gerichtet ist, wie z.B. Regelspiele oder die Errichtung gemeinsamer Bauten. Es geht darum, gemeinsam etwas zu erreichen.

In einer altersgemischten Kindergartengruppe bieten wir dem Kind sehr viele Möglichkeiten, soziales Verhalten zu erlernen. Gekennzeichnet durch Sympathie und gegenseitigen Respekt haben die Kinder bei uns die Gelegenheit, Beziehungen aufzubauen. Sie lernen die Fähigkeit sich in andere Personen hineinzuversetzen und somit eine Empathie und  Perspektivenübernahme zu entwickeln Die Kinder entwickeln sowohl Kommunikations-, als auch eine Kooperationsfähigkeit. Die Kinder erfahren, dass auch andere Kinder Bedürfnisse haben, und dass diese akzeptiert werden müssen. Die Kinder erkennen eigene Bedürfnisse und lernen diese auch auszudrücken und zu bewerten. Im Umgang miteinander denken sich die Kinder gemeinsam Lösungen aus und lernen umzudenken. Sie werden konfliktfähig.

Kinder brauchen Rückzugsmöglichkeiten, aber auch Raum, den sie selbst verändern können und dürfen,  Kinder erobern sich bei uns im Haus selbst ihren Raum, schaffen sich Nischen und Ecken, in denen sie alleine sein können, wo geflüstert und getuschelt wird. Dies alles brauchen sie, um ihren Lebenshorizont zu erweitern und eigene Erfahrungen im sozialen Bereich machen zu können. Es geht darum, dem Kind beim Aufbau einer stabilen Persönlichkeit zu helfen.

b) Werte und Orientierungskompetenzen

"Wenn die Familie in Ordnung ist,

wird der Staat in Ordnung sein;

wenn der Staat in Ordnung ist,

wird die grosse Gemeinschaft der Menschen

in Frieden leben.“

Im Moment erleben wir eine wachsende Orientierungslosigkeit der Gesellschaft. Nur Werte können Kindern Orientierung geben. Werthaltungen werden in der frühen Kindheit gelegt.

In einer welt- und wertoffenen Gesellschaft ist es unabdingbar, dass Kinder Personen mit anderen Werten, Einstellungen und Sitten gegenüber unvoreingenommen sind. Die Kinder leben einen solidarischen Umgang miteinander. Sie werden sensibel für Andersartigkeit und Anderssein.

Um Werte glaubwürdig zu vermitteln, leben wir mit den Kindern Tag für Tag folgende Säulen der Werterziehung:

  • Vorbild sein, keine negativen Beispiele geben

Eltern sind die wichtigsten Vorbilder ihrer Kinder. Wir im Kindergarten können die Werteerziehung nur ergänzen, aber nicht ersetzen.

Wer Werte vermitteln will, darf nicht nur darüber reden, sondern er muss sie – schon wegen der eigenen Glaubwürdigkeit – selbst vorleben. Nur Werte, die Kinder Tag für Tag vorgelebt bekommen, werden sie wirklich verinnerlichen.

  • Liebe schenken

Die Liebe ist hier das Fundament all unserer Bemühungen. Das fängt bereits im Babyalter an: Nur Kinder, die von klein auf Liebe und damit Geborgenheit und Sicherheit erfahren, können später auch anderen Menschen Liebe schenken. Und Liebesfähigkeit ist die Voraussetzung, um Werte wie Mitgefühl, Achtung gegenüber anderen, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Toleranz oder Freundschaft leben zu können

  • Konsequent sein

Konsequenz in der Erziehung ist auch ein Ausdruck von Liebe, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit. Trotzdem passiert es natürlich, dass sich die Kleinen nicht unseren Wertvorstellungen entsprechend verhalten. Dann müssen wir bereit sein, unsere Wertvorstellungen und die damit verbundenen Erziehungsziele im Zweifel auch durchzusetzen. Klare Regeln und Grenzen geben den Kindern Orientierung.

  • Klare Standpunkte vertreten

Werte dürfen in den Augen der Kinder nicht beliebig sein. Sie müssen heute ebenso wie gestern und morgen gültig sein.

  • Fehler eingestehen

Niemand ist ein perfektes Vorbild. Doch wenn mal etwas falsch läuft, müssen wir wenigstens darin ein gutes Vorbild sein, unsere Fehler vor unseren Kindern einzugestehen. Wer Fehler zugibt, beweist Grösse.

  • Schlüssige Erklärungen geben

Etwa im Vorschulalter, spätestens im Grundschulalter sind Kinder durchaus in der Lage, Erklärungen über Werte zu verstehen. Ein Wert, dessen Sinn wir nicht schlüssig erklären können, ist für Kinder wenig wert. Kinder brauchen einfache Erklärungen

  • Verantwortung übertragen

Kinder, die verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen dürfen, gewinnen Selbstvertrauen und leben wichtige Werte. Die Kinder lernen dadurch nicht nur, dass jeder mithelfen muss, indem er kleine Aufgaben übernimmt. Sie leben dabei auch Werte, nämlich Umweltschutz und Verantwortung gegenüber anderen Lebewesen.

  • Werte gemeinsam leben

Gemeinsam mit den Erwachsenen Werte zu leben ist für Kinder einprägsamer und befriedigender, als sie nur erklärt zu bekommen oder nur das gute Vorbild der Erwachsenen bewundern zu dürfen.

c) Fähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme

Kinder lernen sowohl Verantwortung für das eigene Handeln als auch Verantwortung anderen gegenüber und Verantwortung für Umwelt und Natur zu übernehmen.

d) Fähigkeiten und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe

Wir wollen die Kinder auf das Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorbereiten. Sie lernen auf demokratischem Weg, z. B. Entscheidungen zu finden oder Konflikte zu lösen.

Teilhabe an Demokratie bedeutet für uns, dass Kinder in der Lage sind, eine eigene Position zu beziehen und nach aussen zu vertreten. Das sie ebenso andere Meinungen akzeptieren und Kompromisse aushalten.

1.3 Lernmethodische Kompetenzen

Lernmethodische Kompetenzen bündeln jene Kompetenzen, die den bewussten Erwerb von Wissen fördern. Dazu  gehört die Methode der Selbststeuerung. Diese versetzen die Kinder  in die Lage, sich neu Informationen gezielt zu beschaffen und zu verarbeiten. Von besonderer Bedeutung ist hier der kritische Umgang mit Medien. Wissen  flexibel und kompetent nutzen zu können, hängt stark davon ab, wie das Kind Wissen erworben hat. Soll Wissen eine Grundlage für Problemlösungen im Alltag sein, so ist mitzulernen in welchen Situationen das Wissen anwendbar ist.

Die Kinder werden in ihrer Allgemeinbildung und Vorwissen gefördert. Sie entwickeln die Fähigkeit zu lernen wie man lernt. Nachdenken über das eigene Denken, sich einen Plan machen, überwachen ob man lernt. Das Wissen über Lernvorgänge und deren Steuerung und Kontrolle sind Kompetenzen die für erfolgreiches Lernen unerlässlich sind. Die Fähigkeit zur Beobachtung und zur Regulierung des eigenen Verhaltens wird bereits Kindern effektiv vermittelt. Das Wissen soll von Anfang an in lebensnahen, fachübergreifenden, sozialen und problemorientierten Kontexten erworben  und angelernt sein.

a) Förderung der Widerstandsfähigkeit – Resilienz bilden

Resilienz ist die Grundlage für eine positive Entwicklung, für Gesundheit, für Wohlbefinden und für  hohe Lebensqualität. Dies bedeutet den Umgang mit Veränderungen und Belastungen kompetent zu meistern. Eine positive Entwicklung eines Kindes ist noch kein Ausdruck von Resilienz.

Resilienz zeigt sich erst dann, wenn riskante Lebensumstände vorliegen und es dem Kind gelingt, diesen zu trotzen, besondere Bewältigungs- und Anpassungsleistungen zu erbringen und sie erfolgreich zu meistern.

b) Förderung und Begleitung  der Bewältigung von Übergängen – Transitionen

Transitionen sind zeitlich begrenzte Lebensabschnitte, in denen markante Veränderungen in der Entwicklung stattfinden. Sie werden ausgelöst durch innere oder äussere Faktoren. Beispiele sind

  • Markante Veränderungen in der Familie wie Heirat, Geburt, Tod, Trennung, Scheidung.
  • Veränderungen in der eigenen Person, Pubertät, schwere Krankheit
  • Eintritte, Wechsel und Abgänge im Bildungssystem z.B. Kindertagesstätte, Schule, Arbeitswelt.