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Eröffnung unseres Restaurants im Jahr 2010

„Komm, lass uns zum Essen ins Restaurant gehen!“, fordert die 5jährige Jule ihre Freundin aus der Nachbargruppe auf. Die beiden machen sich auf den Weg und gehen Essen. Nicht wie sie vielleicht denken in die Puppenecke oder an einen Esstisch im Gruppenraum. Nein, die Kinder gehen gemeinsam in ihr gruppenübergreifendes Restaurant.

 

Wir drehen die Uhr nun um ein paar Jahre zurück, ins Jahr 2010 und wollen doch mal sehen wie alles begann:

 

Die Kindergartenleiterin Gerty Binder und ihrer Stellvertreterin Katja Bayer beschlossen an einer Fortbildung zum Thema: „Wie Räume das Lernen beeinflussen“ teilzunehmen. Motiviert von den Fortbildungsinhalten unterbreiteten sie ihrem Team die Idee eines „hauseigenen“ Restaurants. Mit diesem neuen Raum würden wir den Kindern einen zentralen Ort der Kommunikation und Begegnung ermöglichen. In den Gruppenräumen selbst, werden die Esstische nicht nur als positiv erlebt. Für und wider wurden im Team diskutiert und nach einigen Gesprächen fasste man den Entschluss, das neue Projekt gemeinsam anzugehen.

 

Jede Gruppe gestaltete mit ihren Kindern verschiedene Kinderkonferenzen zum Thema: „Wir eröffnen ein Restaurant“. Die Kinder setzten sich mit den Fragen, was ein Restaurant ist und was es da alles geben muss, intensiv auseinander und malten Pläne von ihrem Restaurant. So konnte das Erzieherteam einen Eindruck darüber gewinnen, wie sich die Kinder ihr Restaurant vorstellen. Gesagt – getan. So wurde gemeinsam mit den Kindern die große Eingangshalle umgestaltet und es entstand ein neuer Lernbereich für 1,5 – 10jährige Kinder.Ca. 30 Plätze wurden geschaffen, damit die Kinder aus allen Gruppen, während der Freispielzeit, nach eigenem Bedürfnis ihre Brotzeit essen können. Zudem sollen die Kinder gemeinsam mit ihren Gruppen dort zu Mittag essen.

 

Die Kinder packten fleißig mit an. Sie füllten Schränke mit Brotzeittellern und Porzellantellern. Besteck wurde einsortiert und jede Menge Trinkbecher in die Halle getragen. Zum selbständigen Handeln wurde von den Kindern ein Getränkebuffet eingerichtet. Ebenso ein Buffettisch für das Mittagessen. Auf diesem Tisch finden die Kinder auch einen Obstkorb, aus dem sich die Kinder den ganzen Tag bedienen können. Ein Spültisch wurde aufgebaut, damit nach jedem Teller- und Bechergebrauch selbständig gespült werden kann. Nun konnte das Restaurant eröffnen. Neugierig kamen die ersten Kinder, gingen stolz in „ihr“ Restaurant und waren begeistert. In weiteren Kinderkonferenzen erzählten die Kinder von ihren ersten Erfahrungen, was sie gut fanden und was nicht. Das Erzieherteam beobachtete die Kinder ganz genau in ihrem neuen Raum und siehe da, fast alle Probleme, die man sich vorher ausmalte, trafen nicht ein. Um sich ein genaueres Bild eines Restaurants zu machen, sahen sich die einzelnen Gruppen bei „Schimi“, in den Röthleiner Stuben, ganz genau um. Sie entdeckten die schön geschmückten Tische, sahen welche Räume man braucht und sammelten Ideen, die in unserem Restaurant umzusetzen sind.

 

Nun wurden auch unsere Tische schön geschmückt und eine Tafel im Eingangsbereich kündigt das Mittagsgericht an. Wie in jedem Restaurant gibt es auch in unserem eine Restaurantleiterin. Dieses „Amt“ wird im Wechsel von den Erzieherinnen übernommen. Sie steht den Kindern bei und sorgt für eine gemütliche und ruhige Atmosphäre. Ab 10.30 Uhr zieht Essensgeruch durchs Haus, der alle Sinne anregt. Das stets ausgewogene und abwechslungsreiche Mittagessen für ca. 70 Kinder, wird täglich frisch gekocht und nicht von einer Großküche geliefert. Angelockt vom leckeren Duft machen sich häufig Kinder auf den Weg zur Küche, deren Eingang sich direkt am Restaurant befindet. Dort schauen die Kinder neugierig in die Töpfe und stelle ihre allzu beliebte Frage: „Katja, was gibt es denn heute zu essen?“ Zu Mittag isst jede Gruppe für sich. Die Kinder bedienen sich selbständig am Ess- und Getränkebuffet, räumen anschließend ihren Restaurantplatz auf. Nach dem Essen gehen die Kinder wieder gemeinsam zum Spielen in ihre Gruppen zurück – ohne dass die Gruppe komplett auf- und umgeräumt werden musste. Ein rundum gelungenes Projekt, das bei allen Beteiligten große Zufriedenheit auslöste. So begann es vor nunmehr fünf Jahren.